Die Folge eines Krieges

Die Forstakademie in Münden verdankt ihre Entstehung dem sogenannten Deutschen Krieg, den Preußen gegen den Deutschen Bund 1866 für sich entschieden hatte. Dieser Krieg brachte Preußen einen sehr großen Gebietszuwachs ein – allein an Wald ein Gewinn von 1,25 Mio. ha. Dies hatte zur Folge, dass analog zu der in Eberswalde bereits bestehenden Forstlehranstalt eine weitere gegründet werden sollte. In Eberswalde beherrschte die Kieferwirtschaft im Norden und Osten des Preußischen Königreichs den forstlichen Unterricht. Der neu zu bestimmende Standort sollte jedoch den Forststudenten Gelegenheit bieten, die vorherrschenden Waldbilder, Waldbausysteme und Bewirtschaftungsverfahren der Laubholzwälder der Mittelgebirges in unmittelbarer Nähe kennen zu lernen. Als Standort für die neu zu errichtende höhere Forstlehranstalt standen acht Städte zur Wahl. Dass Münden den Zuschlag erhielt, war nicht zuletzt Forstdirektor Heinrich Christian Burckhardt zu verdanken. Mit der Wahl Mündens kam man nicht nur einem Wunsch Burckhardts entgegen, sondern erhielt zugleich die Gelegenheit, die hannoversche Forstverwaltung günstig zu stimmen. In Münden war bereits zwischen 1844 und 1849 durch Burckhardt forstlicher Unterricht erteilt worden. Der Forstakademie bleib Burckhardt bis zu seinem Lebensende eng verbunden.

Der Beginn war ein Provisorium

Am 27. April 1868 fand die feierliche Einweihung der königlich preußischen Forstakademie durch Oberlandforstmeister von Hagen als Kurator statt. Dies war für die Stadt Münden ein besonderer Festtag. An die Anstalt wurden berufen als Direktor Professor Gustav Heyer und als Dozenten Oberförster Knorr, Oberförster Schering, Professor Dr. Mitscherlich, Oberförster Kandidat Borggreve und Amtsrichter Leonhardt für juristische Vorträge. Da die Akademie schon zu Ostern 1868 eröffnet werden sollte, jedoch ein Akademiegebäude erst noch errichtet werden musste, erklärte die Stadt ihre Bereitschaft,  Räume im oberen Rathaus und in der Hauptwache auf dem Marktplatz zur  Verfügung zu stellen.  Für  deren Ausstattung gab die Stadt 500 Taler,  für den Neubau am Werraweg, dessen Kostenvoranschlag sich auf die Summe von 69.400 Talern belief, wurden 15.000 Taler bewilligt. Die neuen Gebäude wurden allerdings erst vier Jahre später, am 15. 10. 1872, ihrer Bestimmung übergeben.

Lehrbetrieb

Studierende mit der Zulassung zur staatlichen Forstlaufbahn hatten bereits den Status von Beamtenanwärtern. Andere erstrebten eine Anstellung im Privat -oder Kommunalforstdienst oder wollten den eigenen Wald bewirtschaften. Die Oberförstereien Gahrenberg, Kattenbühl und Bramwald wurden als Lehrreviere bestimmt und in der Regel jeweils von einem Forstprofessor in Personalunion verwaltet. Bereits ab den 1880er Jahren lag die Zahl der Forststudenten und Forstassessoren in Preußen ganz erheblich über dem Bedarf an Forstbeamten. Der Zugang zum Forstverwaltungsdienst wurde daher begrenzt. Künftig sollten in Preußen insgesamt nur noch höchstens 46 bis 48 Studenten pro Jahr die Forstakademien besuchen dürfen. Dies hatte zur Folge, dass die  Anzahl der Studenten regelrecht einbrach. Während in Münden im Sommersemester 1883 noch 120 Forststudenten eingeschrieben waren, sank die Zahl bis zum Sommersemester 1891 auf 14 ab. Mit dem Beginn des 1. Weltkriegs im August 1914, leerte sich die Mündener Forstakademie schlagartig fast vollständig. Neben Moritz Büsgen (Botanik) hielten Heinrich Süchting (Chemie, Mineralogie, Geologie), Richard Falck (Mykologie) und Anton Baule (Mathematik, Geodäsie) einen Forschungsbetrieb aufrecht. Die Forstakademie war während des Krieges geschlossen. Erst  im Frühjahr 1919 öffnete sie wieder ihre Tore und erlebte mit 211 Studenten im Wintersemester 1919/20 einen regelrechten Einsachreibungsboom.
Standortvorschläge
Als Standort für die neu zu errichtende höhere Forstlehranstalt waren vorgeschlagen worden: Clausthal, Herzberg, Münden und Osterode im Hannoverschen sowie Dillenburg, Marburg, Melsungen und Wiesbaden im Hessischen.
Zugangsbeschränkung
Nach der Beschränkung wurde auch die Forderung erhoben, eine der beiden Lehranstalten und hier besonders die in Münden wieder einzuziehen. Die Staatsregierung jedoch lehnte ab. Von nun an drohte neben einem chronischen Geldmangel die ständige Gefahr einer – teilweisen oder vollständigen – Schließung der Forstakademie, späteren Forstlichen Hochschule und Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen zu Münden.
© Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden
Forstakademie
Heinrich Christian Burckhardt
Er genoss als Leiter der hannoverschen Forstverwaltung über die Grenzen Hannovers große Anerkennung. Auf Grund seiner Verdienste verliehen ihm die Universitäten München und Göttingen die Ehrendoktorwürde, die Stadt Münden die Ehrenbürgerschaft; die Forstliche Fakultät Göttingen verleiht die Burckhardtmedaille für besondere Leistungen im Forstwesen.
Lazarett im Weltkrieg
Im November 1915 wurde in der früheren Dienstwohnung des Akademiedirektors ein Reservelazarett eingerichtet. Anfang 1916 waren von den 60 vorhandenen Betten 45 belegt.

Die Folge eines Krieges

Die Forstakademie in Münden verdankt ihre Entstehung dem sogenannten Deutschen Krieg, den Preußen gegen den Deutschen Bund 1866 für sich entschieden hatte. Dieser Krieg brachte Preußen einen sehr großen Gebietszuwachs ein – allein an Wald ein Gewinn von 1,25 Mio. ha. Dies hatte zur Folge, dass analog zu der in Eberswalde bereits bestehenden Forstlehranstalt eine weitere gegründet werden sollte. In Eberswalde beherrschte die Kieferwirtschaft im Norden und Osten des Preußischen Königreichs den forstlichen Unterricht. Der neu zu bestimmende Standort sollte jedoch den Forststudenten Gelegenheit bieten, die vorherrschenden Waldbilder, Waldbausysteme und Bewirtschaftungsverfahren der Laubholzwälder der Mittelgebirges in unmittelbarer Nähe kennen zu lernen. Als Standort für die neu zu errichtende höhere Forstlehranstalt standen acht Städte zur Wahl. Dass Münden den Zuschlag erhielt, war nicht zuletzt Forstdirektor Heinrich Christian Burckhardt zu verdanken. Mit der Wahl Mündens kam man nicht nur einem Wunsch Burckhardts entgegen, sondern erhielt zugleich die Gelegenheit, die hannoversche Forstverwaltung günstig zu stimmen. In Münden war bereits zwischen 1844 und 1849 durch Burckhardt forstlicher Unterricht erteilt worden. Der Forstakademie bleib Burckhardt bis zu seinem Lebensende eng verbunden.

Der Beginn war ein Provisorium

Am 27. April 1868 fand die feierliche Einweihung der königlich preußischen Forstakademie durch Oberlandforstmeister von Hagen als Kurator statt. Dies war für die Stadt Münden ein besonderer Festtag. An die Anstalt wurden berufen als Direktor Professor Gustav Heyer und als Dozenten Oberförster Knorr, Oberförster Schering, Professor Dr. Mitscherlich, Oberförster Kandidat Borggreve und Amtsrichter Leonhardt für juristische Vorträge. Da die Akademie schon zu Ostern 1868 eröffnet werden sollte, jedoch ein Akademiegebäude erst noch errichtet werden musste, erklärte die Stadt ihre Bereitschaft,  Räume im oberen Rathaus und in der Hauptwache auf dem Marktplatz zur  Verfügung zu stellen.  Für  deren Ausstattung gab die Stadt 500 Taler,  für den Neubau am Werraweg, dessen Kostenvoranschlag sich auf die Summe von 69.400 Talern belief, wurden 15.000 Taler bewilligt. Die neuen Gebäude wurden allerdings erst vier Jahre später, am 15. 10. 1872, ihrer Bestimmung übergeben.

Lehrbetrieb

Studierende mit der Zulassung zur staatlichen Forstlaufbahn hatten bereits den Status von Beamtenanwärtern. Andere erstrebten eine Anstellung im Privat -oder Kommunalforstdienst oder wollten den eigenen Wald bewirtschaften. Die Oberförstereien Gahrenberg, Kattenbühl und Bramwald wurden als Lehrreviere bestimmt und in der Regel jeweils von einem Forstprofessor in Personalunion verwaltet. Bereits ab den 1880er Jahren lag die Zahl der Forststudenten und Forstassessoren in Preußen ganz erheblich über dem Bedarf an Forstbeamten. Der Zugang zum Forstverwaltungsdienst wurde daher begrenzt. Künftig sollten in Preußen insgesamt nur noch höchstens 46 bis 48 Studenten pro Jahr die Forstakademien besuchen dürfen. Dies hatte zur Folge, dass die  Anzahl der Studenten regelrecht einbrach. Während in Münden im Sommersemester 1883 noch 120 Forststudenten eingeschrieben waren, sank die Zahl bis zum Sommersemester 1891 auf 14 ab. Mit dem Beginn des 1. Weltkriegs im August 1914, leerte sich die Mündener Forstakademie schlagartig fast vollständig. Neben Moritz Büsgen (Botanik) hielten Heinrich Süchting (Chemie, Mineralogie, Geologie), Richard Falck (Mykologie) und Anton Baule (Mathematik, Geodäsie) einen Forschungsbetrieb aufrecht. Die Forstakademie war während des Krieges geschlossen. Erst  im Frühjahr 1919 öffnete sie wieder ihre Tore und erlebte mit 211 Studenten im Wintersemester 1919/20 einen regelrechten Einsachreibungsboom.
© Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V.

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